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Vom Arme Leute-Brand bis zum Trendschnaps - Schwäbischer Grappa
In Italien nennt man den "Schnaps"  Grappa, in Deutschland "Tresterschnaps". Er
wird aus den vergorenen Pressrückständen der Weinmaische, wie etwa Schalen
weiteren Pflanzenteilen, dem sogenannten ‚Traubentrester‘, hergestellt. Der
Alkoholgehalt eines Grappas ist in Italien gesetzlich geregelt – er muss mindestens
37,5 %vol. und höchstens 70 %vol. betragen. Da der Trester vor dem Destillieren
kaum gegärt hat findet man höchsten 2% Zucker.
Laut EU-Recht handelt es sich bei Grappa um ein italienisches Produkt, das heißt,
dass der Name ausnahmslos von Destillaten aus Italien getragen werden darf.
 
Interessant wird es wenn man von einem guten Trester Brand (Grappa) spricht. Dies
ist gar nicht so leicht zu beantworten, denn es gibt sehr viele unterschiedliche
Versionen, von denen jeder mit seiner ganz eigenen Geschmackskomposition
überzeugen kann. Der Tresterbrand kann so zwischen weich bis würzig sowie
zwischen lieblich und trocken changieren. Und wer will darüber entscheiden ob es
sich bei einem würzigen Brand um einen „Guten“ handelt oder bei einem lieblichen
um einen „Schlechten“. Jeder Destillateur, der auf Qualität wert legt, entscheidet vor,
während und nach dem Brand über den Charakter seines Trester Brands. Viele
Aspekte gilt es zu beachten, wenn man den Geschmack eines Tresterbrands
entwickeln möchte. Das fängt bei der Rebsorte an und endet bei der Wahl des
Glases.
 
Ein wenig Geschichte.
Die Geschichte des Tresterbrands beginnt etwa im 13. Jahrhundert. Durch die
Kreuzzüge gelangte das Wissen um die Kunst der Destillation durch entsprechende
Sachkundige nach Europa. Besonders durch die Mönche, speziell die Jesuiten, die
sich besonders mit der Produktion des Tresterbrandes auseinandersetzten und diese
so perfektionierten, verbreitete sich das hochprozentige Getränk über ganz Europa. Die Bezeichnung ‚Grappa‘ fällt erstmals im Jahr 1451, als ein Notar aus dem Piemont
in seinem Testament unter anderem eine größere Menge grape erwähnt, welche er
an seine Nachkommen vererben will.
 
Bis ins 20. Jahrhundert hinein wurde der "Tresterschnaps" schlicht als
minderwertigeres „Abfallprodukt“ der Weinherstellung betrachtet. Dies und der
Umstand, dass Grappa im Mittelalter oft unter mehr als ungünstigen Bedingungen
hergestellt wurde, führten dazu, dass der heute so beliebte Tresterbrand lange Zeit
als Arme-Leute-Getränk galt. Dieser Ruf hielt sich hartnäckig über verschiedene
Jahrhunderte – und ist auch nicht ganz unberechtigt, denn noch in den 1980er
Jahren wurden die Pressrückstände aus der Weinherstellung vor ihrer
Weiterverarbeitung zum Tresterschnaps zunächst mit wenig Sorgfalt behandelt. Die
Folge: Schimmelbildung und andere Verschmutzungen bescherten der fertigen
Spirituose eine mangelhafte Qualität.
 
Manche klugen Winzer erkannten diesen Mangel jedoch und machten ihn für sich
nutzbar, indem sie dazu übergingen, den Trester frisch zu verwenden, was sowohl
die Qualität, als auch die Beliebtheit des Tresterschnapses ungemein steigerte. 

URFAUST Destillat
"Lemberger Trester"

URFAUST Destlliat
"Williams Christ Birne!"

URFAUST Destillat
"Zwetschge"

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